Eine von 86 freiwilligen Feuerwehren Hamburgs

Tagebuch eines Neulings – Teil 2

Tagebuch eines Neulings – Teil 2

Nach meiner Wahl im Dezember 2014, dauerte es ein wenig, bis es wirklich weiter ging. Ich musste noch ein polizeiliches Führungszeugnis beantragen und einen Meldebogen mit persönlichen Daten ausfüllen. Die beiden Dokumente wurden dann an das Landesbereichsmanagement (Verwaltung der Feuerwehr)geschickt. Einige Wochen später bekam ich dann Post: Herzlichen Glückwunsch Sie wurden in die Freiwillige Feuerwehr Niendorf aufgenommen! In dem Umschlag war noch die Bitte zum Arzt zu gehen, um mich einsatztauglich schreiben zu lassen. Ohne diese Tauglichkeit geht bei der Feuerwehr nichts! Kurzerhand machte ich einen Termin. Wann möchten sie denn zu uns kommen? Gleich übermorgen? Perfekt! Beim Arzt angekommen, wurde mir Blut abgenommen und ein Belastungs-EKG geschrieben. Nach der Auswertung des EKGs war ich also tauglich für den Einsatzdienst. Nun konnte es losgehen: von Stefan – unserem Wehrführer – bekam ich einen Bekleidungsschein. Mit diesem durfte ich mir meine eigenen Feuerwehrklamotten abholen. Ich bekam folgende Sachen: Ausgehuniform, Dienstanzug sowie Helm und Handschuhe erhielt ich bei der Fa. Lion (dem Ausstatter der FW HH). Für die Schutzkleidung musste ich zur Technikwache (F03) der Feuerwehr in die Grossmannstraße fahren. Dort habe ich nun auch meine Schutzkleidung (Nomex) bekommen. Leider durfte ich die Nomex jedoch nicht sofort mitnehmen, da die Klamotten erst noch gelabelt werden (Nomex wird später an das Feuerwehrhaus geliefert). Naja nun musste ich erstmal nach Hause und die ganzen Sachen auspacken. Meine Freundin hat nach einer Shoppingtour nicht unbedingt weniger Tüten in der Hand ;). Meinen Melder (DME) habe ich ebenfalls in der Grossmannstraße bekommen. Nun war ich soweit ausgestattet und bezog meinen Spint im Feuerwehrhaus. Mein Name stand schon an meinem Spint, in diesem Moment ist das Gefühl mit zur Gemeinschaft zu gehören ein wenig größer geworden.

Nun ausgestattet mit Kleidung, brauchte ich noch eine Einweisung in die Fahrzeuge bzw. Geräte. Unsere Jugendfeuerwehrwarte boten mir an die Einweisung mit mir zu machen, das nahm ich gerne an. Man hat so ein Feuerwehrauto viel Ausrüstung! Zwei Tage später lag ich schon im Bett, die Bettdecke schon fast übergezogen da piept es auf einmal auf meinem Nachttisch. Einsatz! Das Adrenalin wird durch meinen Körper gepumpt! Ich springe aus dem Bett, weiß aber noch gar nicht wo genau ich hin muss. Kurz überlegen, was brauche ich?! Dann schnell Jacke und Socken anziehen und los! An der Wache angekommen, immer noch mit Adrenalin im Blut – ging es zum Spint. Die Hose mit Stiefeln und die Jacke anziehen – dabei denke ich kurz, man sind schon viele Kameraden da – und gleich weiter Richtung Fahrzeug. Im zweiten Fahrzeug, welches ein wenig später zum Einsatzort fährt, viel mir auf, dass mein Helm noch am Spint ist. Zum Glück hatte ich noch ein paar Sekunden und konnte meinen Helm holen. Mit Blaulicht und Martinshorn ging es zum Nordalbinger Weg, dort brennt ein Papiercontainer. Das Blaulicht spiegelte sich in den Fenstern der Häuser – schon sehr beeindruckend! Am Einsatzort angekommen wurde ich von einem erfahrenen Kameraden an die Hand genommen und wir haben zusammen das Standrohr gesetzt. Die Kameraden vom ersten Fahrzeug hatten das Feuer bereits gelöscht. Jedoch roch es in der Umgebung noch nach Qualm. In diesem Moment war ich mir sicher: das ist genau das was ich machen möchte! Deinen Einsatz mit deinen Kameraden zum Schutz der Bevölkerung. Im Dezember fuhren wir noch einige weitere Einsätze von div. Bäumen auf Straßen bis zu Wasser-Einsätzen (Orkan Elon und Felix). Mit jedem Einsatz sammle ich mehr Erfahrungen. Langsam fühle ich mich sicherer und begreife was ich genau zu tun habe. Nun in ein paar Tagen beginnt die Ausbildung zum Feuerwehrmann. Ich werde berichten!